Innovationsprojekte

 

 

1. Deutsche Job- und Karrieremesse für Sozial- und Geisteswissenschaften

 

MinDDating ist die 1. Deutsche Karriere-Messe für Sozial- und GeisteswissenschaftlerInnen und stehen unter der Schirmherrschaft des stellvertretenden Ministerpräsidenten und Wirtschaftsministers Sachsens, Thomas Jurk. Für Studierende, HochschulabsolventInnen und Young Professionals bietet diese Jobmesse die Chance mit Top-Arbeitgebern in Kontakt zu treten und den Berufseinstieg zu sichern. Darüber hinaus will das Forum aktiv den gängigen Vorurteilen begegnen, denn Sozial- und Geisteswissenschaften sind mehr als brotlose Kunst ohne Nutzwert!

Neben der Vernetzung von Unternehmen und sozial- und geisteswissenschaftlichen Fachkräften erhalten die Unternehmen die Möglichkeit hoch qualifizierte Personalressourcen zu erschließen. Zum anderen soll durch zukunftsorientierte Beiträge von AbsolventInnen, Gästen und ProfessorInnen eine Diskussionsplattform geschaffen werden, die den Gedankenaustausch fördert und letztendlich den Teilnehmenden den Berufseinstieg erleichtert.


Durch die Öffnung neuer Branchen für Sozial- und GeisteswissenschaftlerInnen (Handels-Branche, IT- Branche etc.) stärken wir die Innovationsfähigkeit sächsischer Unternehmen und die daraus resultierenden Transferwirkung und binden Wissens-Know-how in Deutschland. Die Durchführung der Hochschulforen an den sächsischen Universitäten soll Maßstäbe setzen und eine Vorbildfunktion für andere Regionen haben.

 

Kontakt

Wenn Sie Ihr Unternehmen oder Ihre Organisation anmelden möchten oder Fragen haben, dann wenden Sie sich an uns!

 


 

Grußwort des Sächsischen Staatsministers für Wirtschaft und Arbeit und stellvertretenden Ministerpräsidenten von Sachsen

 

"Der Geist kennt keine ausweglosen Lebenssituationen."
Marcel Proust

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Berufschancen von Geisteswissenschaftlern werden heute oft schlechter dargestellt, als sie es tatsächlich sind. Geisteswissenschaftler können alles ein bisschen - aber nichts richtig und haben es auf dem Arbeitsmarkt dementsprechend schwer. So ein leider immer noch viel zu weit verbreitetes Vorurteil.

Dem entgegen steht die Tatsache, dass gerade Deutschland eine mit keinem anderen Land vergleichbare Dichte und Vielfalt von geisteswissenschaftlichen Forschungseinrichtungen aufweist. Ebenso wird die Wertschätzung für Geisteswissenschaftler sehr oft politisch und kulturell angemahnt. Es ist jedoch Realität, dass unsere Gesellschaft deren Leistungen noch nicht in dem möglichen Umfang in Anspruch nimmt.

Für die Unternehmen scheint zunächst der unmittelbare wirtschaftliche Nutzen von Ingenieur-, Wirtschafts- und Naturwissenschaften Ausschlag gebend zu sein. Mit ihrem wenig fest umrissenen Berufsfeld treten die Geisteswissenschaftler noch oft an zweite oder gar dritte Stelle bei unternehmerischen Personalentscheidungen. Auf den ersten Blick scheinen sie für keinen anderen Beruf ausgebildet zu sein als für die Lehre an Hochschulen und Schulen. Geisteswissenschaftler müssen sich dann beim Berufseinstieg oft ihren Arbeitsmarkt erst erschließen und so manche „Durststrecke“ überstehen.

Auch wenn gegenwärtig insbesondere die Absolventen der Ingenieur-, Wirtschafts- und Naturwissenschaften von der Wirtschaft besonders nachgefragt sind - man sollte die eigene Entscheidung für ein Studium nicht ausschließlich von der Situation auf dem Arbeitsmarkt abhängig machen. Entscheidend ist gerade auch das persönliche Interesse. Denn diejenigen, die sich bei ihrer Fachwahl zu sehr von äußeren Motiven leiten lassen, brechen ihr Studium häufiger ab als jene, die aus Neigung und ausgeprägter Neugierde sich für ein Studium entscheiden.

Auch aufgrund des Strukturwandels der Wirtschaft, der u.a. von einer zunehmenden weltweiten Vernetzung und einer Ausweitung der internationalen Tätigkeiten gekennzeichnet ist, werden sich neue Chancen für die Geisteswissenschaftler ergeben. Interkulturelle Kompetenzen, Teamfähigkeit, gesellschaftliche und politische Kenntnisse werden in den Unternehmen an Bedeutung gewinnen - Eigenschaften, die gerade Geisteswissenschaftlern zugeordnet werden.

Ein entsprechendes Umdenken sieht man inzwischen schon in sehr vielen Unternehmensbereichen – in der PR oder der Unternehmenskommunikation, bei Werbeagenturen, Kulturbetrieben oder Beratungsfirmen. Immer mehr Unternehmen lernen heute die Arbeit der Geisteswissenschaftler zu schätzen. Philosophen, die sich mit Unternehmensethik befassen, sind genauso gefragt wie Sozialwissenschaftler/Innen, die sich mit interkultureller Kommunikation auskennen. Als Generalisten unter den Hochschulabsolventen beherrschen die Geisteswissenschaftler ihr Fach, können aber gleichzeitig gut kombinieren, besitzen Einfallsreichtum und Durchhaltevermögen und haben gelernt mit Menschen umzugehen. Sie fragen nach Werten und Leitbildern, die in einem Unternehmen wichtig sind und suchen immer nach einer persönlichen Ebene mit den Beschäftigten und Kunden. In der sich wandelnden Wirtschaft  sind Geisteswissenschaftler also wichtiger denn je.

Die Chancen der Absolventen von Geisteswissenschaften hängen in entscheidendem Maße gerade aber auch davon ab, welche besonderen Kompetenzen sie aus dem Studium heraus in die Unternehmen tragen können, und die sie aus Sicht der Wirtschaft interessant machen.

Kaum ein Unternehmen sucht gezielt nach einem reinen Historiker oder Germanisten. Die Arbeitsmarktchancen erhöhen sich für Absolventen dann deutlich, wenn sie Fähigkeiten mitbringen, die über das reine Fachwissen hinausgehen. Beispielsweise sind zusätzliche IT-, Fremdsprachen- und BWL-Kenntnisse nicht nur hilfreich, sondern häufig unmittelbare Voraussetzung für eine Einstellung in der Wirtschaft. Geisteswissenschaftler sollten daher bereit sein, sich manches auch selbst zu erarbeiten, sich schon während ihrer Ausbildung mit der Praxis zu beschäftigen, sich berufsbezogene Inhalte anzueignen und sich auch später im Arbeitsalltag stetig weiterzubilden. Weiterbildung und lebenslanges Lernen müssen selbstverständlich werden, um die eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Der Freistaat Sachsen unterstützt solche Bestrebungen mit zahlreichen Fördermöglichkeiten von Weiterbildungsaktivitäten für Beschäftigte.

Ich wünsche mir, dass auf der Karrieremesse minDDating stets beide Seiten – Geisteswissenschaftler und Unternehmer – feststellen, dass sie stark voneinander profitieren können:

Eine wesentlich offenere Haltung gegenüber Berufsanfängern aus geisteswissenschaftlichen Studiengängen ermöglicht es den Unternehmen, bisher ungenutzte, hoch qualifizierte Personalressourcen kennen zu lernen und zu erschließen. Lassen Sie sich überzeugen, dass die Geisteswissenschaftler Allrounder sind, die sich schnell und gründlich in fremde Sachverhalte einarbeiten und auch einmal „gegen den Strich“ denken können. Nutzen Sie dieses Potenzial für ihr Unternehmen!

Für die Absolventen bietet die Karrieremesse vor allem eine Plattform, um potentielle Arbeitsmarktchancen kennen zu lernen. Es können persönliche Kontakte zu künftigen Arbeitgebern geknüpft und sicher kann auch mit manchen gängigen Vorurteilen aufgeräumt werden. Zeigen Sie, wie Sie ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten zu einer einzigartigen Mischung verknüpfen! Beweisen Sie, dass Sie im Stande sind, die Innovationsfähigkeit sächsischer Unternehmen erheblich zu stärken.

„minDDating“ stellt eine sehr gute Gelegenheit dar, um in diesem Sinne miteinander in Kontakt zu kommen.

Ich wünsche der Karrieremesse immer viel Erfolg und interessante Diskussionen. Zeigen Sie der Öffentlichkeit, was sie an den Geisteswissenschaften hat!

 

 


 

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