Gender Mainstreaming
Gender Mainstreaming ist eine Querschnittspolitik für Chancengleichheit sowohl von Frauen und Männern als auch für Gleichwertigkeit von männlich und weiblich konnotierten Lebensmustern, Tätigkeiten und Kompetenzen und eine herausfordernde Aufgabe für Organisationen, Führungskräfte und diejenigen, die Veränderungsprozesse für zukunftsfähige Entwicklung wollen, diese konzipieren und deren Umsetzung fördern. Die simple Gleichsetzung dieses Anspruches mit Frauenförderungs- oder Familienpolitik wird der Zielvorstellung von Geschlechtergerechtigkeit nicht gerecht.
Nach wie vor maßgebend ist die folgende Definition des Europarates von 1998:
“Gender mainstreaming is the (re)organisation, improvement, development and evaluation of policy processes, so that a gender equality perspective is incorporated in all policies at all levels and at all stages, by the actors normally involved in policy-making.” (Council of Europe 2004, S. 12
Barbara Stiegler (2000) übersetzt und erweitert diese Formulierung mit den Worten:
„Gender Mainstreaming besteht in der Reorganisation, Verbesserung, Entwicklung und Bewertung von Entscheidungsprozessen in allen Politikbereichen und Arbeitsbereichen einer Organisation mit dem Ziel, in alle Entscheidungsprozesse die Perspektive des Geschlechterverhältnisses einzubeziehen und alle Entscheidungsprozesse für die Gleichstellung der Geschlechter nutzbar zu machen.“ (Stiegler, Barbara: Wie Gender in den Mainstream kommt. Konzepte, Argumente und Praxisbeispiele zur EU-Strategie des Gender Mainstreaming. Bonn: Friedrich- Ebert-Stiftung 2000, S.8)
Wir verstehen Gender Mainstreaming als
- alle politischen und organisationalen Ebenen durchdringende Strategie zur Aufhebung von Benachteiligungen für Männer und Frauen
- eine für beide Geschlechter gültige Strategie mit dem Ziel der Gleichstellung von Frauen und Männern
- Berücksichtigung der verschiedenen Interessen und Lebenssituationen von Frauen und Männern
- zentrales Konzept bei der Unternehmens-, Verwaltungs- und Organisationsführung
