Denkanstöße

 

KulturDas Kulturprojekt „Denkanstöße“ ist nichts für bequeme Buch- und Bühnenkonsumenten. Eben mal schnell die Inhaltsangabe eines Klassikers heruntergelesen oder im Theatersessel vor sich hin gedämmert wird als unzulässig erklärt.

Im Mittelpunkt des Projektes stehen die Themen kulturelle Partizipation und kulturelle Bildung. Der Leser, Theaterzuschauer oder Kulturkonsument soll aus der passiven Rollen heraustreten und zum Handelnden werden. Die Zusammenführung der Ebenen Literatur und Kunst mit einem anschließenden Dialog ermöglicht es, intensiv in die Werke großer Dichter und Denker einzutauchen und über den aktuellen gesellschaftlichen, aber auch individuellen Problemgehalt mit anderen zu reflektieren. Ziel ist es, einer breiten Bevölkerung neue Erfahrungsräume zur Verfügung zu stellen, deren soziale und kulturelle Partizipation zu erweitern und die personale Entwicklung zu fördern.

Vielseitigkeit ist (k)eine Kunst!

Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Stärkung der kulturellen Kompetenz. Dazu zählen sowohl die Fähigkeit, die eigene Kreativität zum Ausdruck zu bringen als auch die Anerkennung von Kunstwerken und künstlerischen Darbietungen. Wichtig sind ferner die Bereitschaft zum kritischen und konstruktiven Dialog und das Verständnis kultureller Vielfalt. "Worte, Diskurse, Ideen" - das ist das Grundprinzip des interaktiven Kulturprojektes „Denkanstöße“. Es steht somit im Gegensatz zur Aussage des Prometheus bei Aischylos: „Sie sahen, doch ihr Sehen blieb ohne Sinn; sie hörten, doch verstanden nicht.“

 

 


 

Bisherige Veranstaltungen

Die OSTRALE’09 verwandelt das Dresdner Ostragehege nun schon zum dritten Mal in ein einzigartiges Schaufenster des aktuellen Kunstgeschehens. Maler, Video-, Klang-, Licht-, Konzept- und Installationskünstler, Bildhauer, Plastiker – aber auch Musiker, Tänzer, Schauspieler und Autoren: In den maroden Strukturen des ehemaligen Erlwein-Schlachthofes und im Außenbereich werden Werke von ca. 140 Vertretern der Bildenden Kunst präsentiert. Dazu kommt im Rahmen der OSTRALE.xtra eine Vielzahl an Performances, Konzerten, Lesungen und anderem mehr…

Unsere Rundgänge: 22.08., 29.08. und 05.09. jeweils um 16.00Uhr.

 

Am 7. Oktober fand eine Ganztagsexkursion zur OSTRALE’08 statt. Die Veranstaltung ist nach der Berlin Biennale die größte Ausstellung für zeitgenössische Kunst in Ostdeutschland. Das Thema "Transformation" wurde anhand vielfältiger Exponate dargestellt und von den Teilnehmenden im Verlauf der Exkursion nicht nur erfahren, sondern intensiv reflektiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie künstlerisches Handeln sich an der Geschichte der Dinge orientieren kann.

 

Denkanstöße goes CAMOUFLASH am 29. August 2008 . Die Ausstellung thematisierte die Schizophrenie des modernen Menschen zwischen Getarntsein und dem kurzzeitigen Aufblitzen aus der Gesellschaft. Vorträge, Reflexionen und Gespräche dienten der Auseinandersetzung mit der doppeldeutigen Formulierung des Untertitels "Das Verschwinden in der Kunst". Die Beteiligten wurden zu widersprüchlichen Interpretationen veranlaßt und es ergaben sich freie Assoziationen, die im anschließenden Gesprächkreis neue (Kunst-)Bedeutungsräume eröffnten.

 

Am 25. Mai 2008 wurden ein zweites Mal die Buchdeckel zuschlagen und der Zuschauerraum des Societaetstheaters als einen Ort des gedanklichen Austauschs betreten. An diesem Abend erschlossen wir Sartres „Geschlossene Gesellschaft“. „Die Hölle, das sind die anderen“ - dieser vielzitierte Satz aus Sartres meistgespieltem Werk, beschreibt die unausweichliche Zwangssituation, in der sich die drei Figuren des Stückes befinden. In einem spiegellosen Raum spiegeln sie sich in ihrem jeweiligen Gegenüber und werden so zu bitterer Selbsterkenntnis gezwungen. In der mit viel Beifall bedachten Inszenierung des Societaetstheaters „…treffen ausgeprägte Charaktere aufeinander, vor allem in Gestalt der Frauen. Sie sind so genau und subtil gezeichnet, dass sie trotz oder gerade wegen ihrer Ausbrüche oder Ausbruchsversuche durchaus alltäglich wirken."(Dresdner Neueste Nachrichten).

 

Der erste Abend am 25. September 2007 war Hermann Hesses „Steppenwolf“ gewidmet. Der Protagonist Harry Haller begibt sich in diesem Werk auf die Reise zu sich selbst und in eine Auseinandersetzung mit Zeit und Gesellschaft. Weltweit ist Hesse noch vor Goethe und Schiller der am häufigsten gelesene deutsche Autor. Das Staatsschauspiel Dresden brachte in einer sehr gelungenen Inszenierung dieses Werk am 25. September um 20.00 Uhr im Kleinen Haus auf die Bühne. Nach der Inszenierung wurden Werk und Stück im Theaterrestaurant diskutiert und reflektiert..

 


  • Projektleitung: Dipl. Hdl. Ingo Seifert
  • Projektbeginn: September 2007

 

 

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