Chancengerechtigkeit

 

ChancengerechtigkeitDas Konzept steht für gleichberechtigten Zugang aller Menschen zu den ökonomischen, sozialen, kulturellen und (bildungs-)politischen Möglichkeiten unserer Gesellschaft. Für unsere Arbeit - wie auch in den neueren wissenschaftlichen Diskussionen - verbinden sich mit Chancengerechtigkeit unter anderem die Begriffe Heterogenität, Geschlechter-Demokratie, soziale Gerechtigkeit, Solidarität, Interkulturalität und Generationengerechtigkeit.

Chancengerechtigkeit ist dabei immer der Gegensatz zu Diskriminierung und steht für den Abbau aller Benachteiligungen, die Menschen aufgrund von Geschlecht, sozialer, kultureller und regionaler Herkunft oder körperlicher Behinderung und Sexualiät erfahren. Im Mittelpunkt steht die Anerkennung der Verschiedenheit von Menschen, ihrer unterschiedlichen Biografien, Lebensweisen sowie Befähigungen und Förderung der Entfaltung ihrer jeweiligen Lebensperspektiven.

Eine neue Philosophie


Chancengerechtigkeit lenkt den Blick gezielt auf Bildung als wichtigste Grundlage für den Wohlstand moderner Gesellschaften. Denn die Sicherung und Entwicklung der Zukunft ist längst nicht mehr primär an technische Produktionssysteme und -instrumente gekoppelt, sondern fußt mehr und mehr auf dem Wissensstand der Menschen und ihrer Kommunikationsfähigkeit. In der Bildungsgesellschaft ist es entscheidend, wie und was wann gelernt werden soll und wer Zugang zum Wissen hat. Lernorganisation und Themenauswahl der Bildung müssen die Teilhabe aller Menschen an der Entwicklung der Bildungsgesellschaft sichern; zu vermitteln sind:

  • Grundlagenwissen, bezogen auf die Schlüsselfragen der gegenwärtigen Gesellschaft
  • methodische Kompetenzen hinsichtlich der instrumentellen Bewältigung von Techniken - auch der Informationstechniken
  • soziale und personale Kompetenzen des Umgangs mit sich, mit anderen Menschen sowie zur aktiven Beteiligung an der Demokratie.

Diese Kompetenzen sind Grundlage einer Bildung für alle Menschen, die sie befähigt, selbstbestimmt Verantwortung für sich und die Gesellschaft zu übernehmen. Eine moderne Politik der Chancengerechtigkeit muss sich hierbei am Grundsatz der Demokratisierung orientieren: In allen gesellschaftlichen Bereichen müssen die Partizipations- und Gestaltungsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger erweitert werden. Diesem Ziel dienen die folgenden Leitlinien:

Geschlechterdemokratie

Soziale Gerechtigkeit und Solidarität

Heterogenität und Transkulturalität

Moderne Gesellschaften sind heterogen; sie sollen die Verschiedenheit ihrer Menschen und Gruppen achten und auf der Grundlage der universalen Menschenrechte im täglichen Zusammenleben Raum für die Differenz gewähren.

(siehe: Potsdamer Erklärung)

Die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte - demografische Veränderungen, die Lebens- und Arbeitsverhältnisse umwälzende Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechniken, die Internationalisierung der Gesellschaft, aber auch die Herausbildung neuer politischer Gestaltungsformen - können nicht nur mit kurzfristigen Maßnahmen beantwortet werden. Bedürfnisse der Gegenwart dürfen zudem nicht auf Kosten künftiger Generationen befriedigt werden; notwendig ist eine Politik der Nachhaltigkeit, die langfristig ökologisch angelegt ist und eine Gesellschaft mit gerechterer Verteilung von Lebens- und Arbeitschancen anstrebt. Bildung muss hierzu beitragen. Eine moderne Politik der Chancengerechtihgkeit braucht berechenbare, d.h. über Wahlperioden hinausgehende stabile Rahmenbedingungen. Junge Menschen, vor allem Frauen, müssen Sicherheit für eine selbstbestimmte Existenz haben, also auf die nachhaltige Förderung von Chancengleichheit bauen können.

 

Gerechtigkeit hat viele Dimensionen

 

Chancengerechtigkeit

Generationengerechtigkeit

Verteilungsgerechtigkeit

Zugangsgerechtigkeit

Geschlechtergerechtigkeit

Leistungsgerechtigkeit

Soziale Gerechtigkeit

Teilhabegerechtigkeit

Umweltgerechtigkeit

Internationale Gerechtigkeit

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